Advertisement

0.

  • Jan. 1st, 2015 at 1:49 AM
autorin
Dies ist ein Sidejournal von [info]sono_da_cruel.
Es handelt sich um ein öffentliches Schreibprojekt zum Cthulhu-Mythos.
Da es in Tagebuchform geschrieben wird, solltest du wohl am Anfang beginnen. :)

Gerne darfst du einen Kommentar in diesem Eintrag hinterlassen, um dich und dein Interesse an meinem Projekt vorzustellen. Ich adde dich gerne zurück.

Hinweis: Bilder, Zeichnungen, Karten etc. werden verdeckt gepostet.


Kommentare zum Tagebuch bitte an mary_goodwright [at] fantasymail.de

3.

  • May. 28th, 2009 at 10:48 PM
mary
23. Juni 1923

Meine Verwirrung legte sich jedoch bereits bald, als ich in meine innerliche Kälte zurück fiel. Ich schlief nur schlecht und meine Krankheit verschlimmerte sich über den Sommer, der sehr heiß und sonderbar schwül ausfiel. Als jedoch im Herbst die Luft wieder frischer wurde, begann meine Gesundheit schlagartig besser zu werden. Innerhalb von vier Wochen nahm ich mein verlorenes Gewicht wieder zu und fühlte mich sogar in der Lage Adrian meinen ersten Brief zu schreiben. Ich berichtete ihm von meiner Besserung und dass ich sogar wieder längere Spaziergänge bewältigen konnte. 
Als Antwort erhielt ich von ihm eine Postkarte aus San Fransisco, in der er mir seine Glückwünsche mitteilte. Eine kindliche Freude befiel mich. Er lud mich ein, Weihnachten bei ihm zu verbringen, in seinem Haus in Arkham. Ich schrieb ihm, wenn meine Verfassung es zuließe, würde ich seinem Angebot gerne nachkommen.
Und als es mir tatsächlich körperlich wieder vollkommen gut ging, als der Dezember kam, entschloss ich mich zu ihm zu fahren. Emmy blieb in meinem Haus in Andover, um alles in Ordnung zu halten und mir meine Post nachzuschicken.
Am 20. Dezember 1918 kam ich mit dem 10-Uhr-Zug in Arkham an. Meine Reise war ruhig und frei von Zwischenfällen gewesen. Es fiel leichter Schnee und die scheinbar sonst schlammigen Straßen waren festgefroren. Mein erster Eindruck von Arkham war ein Ort, an dem es keine Menschen oder Tiere und keinen Verkehr ausser meinem Zug gab. Mit mir stiegen hier nur zwei Männer aus, die ihre Schal dick umgebunden hatten und gelegentlich hektisch über die Schulter spähten.
Adrian erwartete mich auf dem Gleis und umarmte mich zur Begrüßung. Er war ebenso wie ich dick eingepackt, wirkte jedoch selbst so sehr vornehm. Wir fuhren mit einer kleinen Kutsche zu seinem Zuhause in der Boundary Street, das direkt hinter dem St. Mary's Krankenhaus gelegen war, wie er mir erklärte.
Obwohl es schon Vormittag war, schien es fast noch dunkel. Der Himmel war stark bedeckt und Straßenbeleuchtung war nur rar gesäht. Wenige Fenster waren erleuchtet und die Welt schien hier still, fast gedämpft zu sein. Arkham wirkte teils vernachlässigt und herunter gekommen. Warum nur lebte Adrian in solch einer Stadt? Er schien ein Mann zu sein, der sich besseres leisten konnte.
Und sein Haus bestätigte diesen Eindruck.
Es war eine kleinere, verwinkelte Villa mit winzigem Vorgarten aber umso höheren Eisenzaun. Garten und Dach waren schneebedeckt.
Innen empfing uns eine behagliche Wärme und ein Geruch nach frischem Gebäck. Die Wände waren komplett holzgetäfelt und mit sonderbaren Bildern geschmückt. Ich hatte jedoch erstmal keine Zeit einen genaueren Blick auf ebendiese zu werfen, um herauszufinden, was nun so eigentümlich an ihnen war.
"Mein Sekretär hat speziell für dich einen Kuchen gebacken", erklärte Adrian, während er mir aus dem Mantel half. "Er ist ganz begeistert, dass wir endlich einmal wieder eine Besucherin haben."

Tags:

2.

  • May. 24th, 2009 at 2:15 PM
mary
22. Juni 1923

Ja, es fällt mir wahrlich schwer mich zu konzentrieren, seit jenem Tag vor fast einem Jahr.
Doch erstmal möchte ich etwas zu meiner Person erzählen. Ich wurde 1896 in Andover, Massachusetts, USA in eine mittelständige Familie geboren und bin recht unbehelligt von bösen Dingen bei meinen Eltern, meinem Bruder und einer Tante aufgewachsen. Nachdem ich eine einfache Schulbildung erhalten hatte, wurde ich Kinderfrau bei der Familie de Charles, die mit zwei wundervollen, klugen Söhnen gesegnet war.
1916 lernte ich Phillip kennen, ein alter Freund der de Charles. Sein Antlitz war sanftmütig und heiter, desweiteren war er ein vermögender Tuchfabrikant. Ich verliebte mich an einem Donnerstagabend, als ich ihn das erste Mal traf. Die de Charles waren gerade dabei ihren Umzug nach Baltimore, MD vorzubereiten und ich gedachte mit ihnen zu gehen. Doch als Phillip eröffnete, dass er gedachte sich einen Wohnsitz in Andover zu nehmen, wurde mir schmerzlich zumute. Meine stürmischen Gefühle hatten mein Herz diesem Mann in die Tasche gelegt und er wusste es nicht einmal.
Was für ein Dilemma.
Ich wusste jedoch nicht, dass er mich nicht nur wahrgenommen, sondern sogar ebenfalls ins Herz geschlossen hatte. Etwa eine Woche später begann er bei meinen Eltern um mich zu werben und bald darauf wurde einer Ehe zugestimmt. Zu dieser Zeit konnte ich mein Glück kaum fassen.
Am 15. Mai 1917 haben wir schließlich geheiratet und ich bin in Andover geblieben. Zwar ohne Anstellung und Arbeit, aber Phillip versorgte mich, ich bekam eine eigene Haushälterin, Emmy. Unser Kinderwunsch blieb aber leider unerfüllt und als er im Januar 1918 nach Europa reiste, um Geschäfte zu erledigen, kehrte er nicht zurück. Ein Pferd war wild geworden und hatte ihn mit dem Fuß am Kopf getroffen. Man hat mir geschrieben, dass er sofort tot war.
Daraufhin verfiel ich in eine tiefe Melancholie. Das Glück hatte mich verlassen. Meine Mutter und meine Tante besuchten mich oft, um meine Stimmung zu heben, aber es ging mir nur langsam besser. Eine Krankheit raffte alle meine Kräfte dahin. Vier Monate nach Phillips Tod erhielt ich Besuch von einem älteren Herren, einem Onkel Phillips und sein letzter Verwandter hier in der neuen Welt.
Ich saß gerade in einem Lehnstuhl im Wintergarten, fühlte mich innerlich kalt und leer, als Emmy meinen unbekannten Gast meldete.
Wir hatten über Adrian Goodwright nur vier oder fünf Mal gesprochen, jedoch hatte Phillip immer recht liebevoll dabei geklungen.
Ein Lichtblick in meinen dunklen Tagen, dass ebendieser nun mir einen Besuch abstattete, obwohl wir uns nicht einmal kannten. Ich spürte zum ersten Mal wieder etwas, eine Neugier hob sich in mir.
Zu mir in den Wintergarten trat ein stattlicher, sehr großer und vorzüglich gekleideter Mann. Sein nach alter italienischer Mode gewelltes Haar war schneeweiß und sein Gesicht durchzogen von gutmütigen Falten. Ich schätzte ihn auf etwa 70 Lebensjahre. Er nahm seinen Hut ab und nickte mir freundlich lächelnd zu. Ich deutete ihm an, sich mir gegenüber zu setzen. Er tat dies ohne seinen Mantel abzulegen, nur seinen Hut und seine Handschuhe legte er auf den kleinen Beistelltisch.
"Es freut mich, dich kennen zu lernen", sagte er und ich war erstaunt über die persönliche Anrede. "Auch wenn ich mir glücklichere Umstände gewünscht hätte, deine Bekanntschaft zu machen."
Ich nickte leer und zwang mich zu einem Lächeln. "Was führt dich zu mir?", kam ich direkt zum Wesentlichen. Ich vermochte in meinem seelischen Zustand nur kurze Gespräche zu führen. Weiteres Geplänkel führte nur wieder zu einer unnötigen Überanstrengung. Adrian schien diesen Umstand erwartet zu haben. "Ich wollte nach dir sehen. Nachdem Phillip nun tot ist, liegt es in meinem Anliegen einen neuen Erben für mein Vermögen zu bestimmen. Meine Schwester hat zwar auch einen Sohn, aber er ist habgierig und eingebildet. Ich würde ihm gerne den Gros vorenthalten", sprach er direkt heraus und ich erkannte ein leichtes Schmunzeln. Dies war ein Mann voller Hintergedanken. Nach einem kurzen Moment redete er weiter: "Phillip war ein guter Junge und ich schätze, er hätte nur ein ebenso gutes Mädchen zur Frau genommen. Ich bin jedoch noch ein viel beschäftigter Mann. Bereits heute reise ich weiter nach Boston. Ich möchte gerne, dass du mir regelmäßig schreibst, deine Gedanken mit mir teilst und mir mitteilst wie deine Genesung voranschreitet." Er erhob sich und trat auf mich zu, in seiner faltigen Hand eine kleine Karte. "Schreib an diese Adresse, dann werden die Briefe an mich zugestellt, egal wo ich bin", sagte er und legte mir die Karte auf den Schoß, als ich mich nicht rührte. Dann nahm er Hut und Handschuhe, wünschte mir noch einen guten Nachmittag und ging.
Meine Kräfte waren erschöpft und ich verwirrt. Ich war schließlich nur angeheiratet und nicht weiter mit ihm verwandt. Warum sollte er mich für eine Erbschaft überhaupt weiter in Betracht ziehen? Dazu war ich auch noch eine Frau. Ich konnte froh sein, dass Phillip mir genug zum Leben hinterlassen hatte - denn seine Firma war an seinen Geschäftspartner übergegangen. Ich war jedoch sparsam und leistete mir außer Emmys Gehalt nur sehr wenig, es würde also für mich reichen.
Und so blieb ich an jenem Tag zurück, allein und verstört.

Tags:

1.

  • May. 24th, 2009 at 12:20 AM
mary
Dies ist der Beginn meines Tagebuchs.
Es ist der 21. Juni 1923, ich bin jetzt 27 Jahre alt und mein Name lautet Mary Ellen Goodwright.
Ich denke, es wird das beste sein meine Gedanken hier schriftlich festzuhalten. Mein Arzt hat mir dazu geraten, es solle meine Konzentration fördern.
Später mehr.

MG

Tags:

Profile

mary
[info]mary_goodwright
Mary Ellen Goodwright

Latest Month

May 2009
S M T W T F S
     12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31      

Page Summary

Syndicate

RSS Atom
Powered by LiveJournal.com
Designed by Teresa Jones